Handlungskompetenzen in Alphabetisierungs- und niederschwelligen A1-Kursen

Die zweite Tagung findet am 05.09.2020 an der ZHAW in Winterthur statt. Wir freuen uns, Sie zahlreich begrüssen zu dürfen.

 

Das Anmeldeformular finden Sie HIER.

Tagungsprogramm


Ab 08:45                     Eröffnung

 

09:30 – 09:40             Begrüssung durch das Organisationsteam

09:40 – 10:55             Eröffnungsvortrag und Diskussion

10:55 – 11:25             ZNÜNI PAUSE offeriert durch Hueber Verlag und Klett Verlag

11:30 – 13:00             Workshops 1 – 5

13:00 – 14:30             MITTAGSPAUSE

13:15 – 13:45             Generalversammlung Verein AlphaDaZ

14:30 – 16:00             Workshops 1 – 4 und 6

16:00 – 16:30             ZVIERI PAUSE offieriert durch Hueber Verlag und Klett Verlag

16:30 – 17:45             Abschlussvortrag und Diskussion

 

Ab 18:30                     Apéro und gemeinsames Abendessen


Eröffnungsvortrag:

Frau Barbara Aebi Rashad, Sektionschefin Deutsche Schweiz 1, Staatssekretariat für Migration 

Abschlussvortrag:

Prof. Dr. Karen Schramm, Universität Wien

 

Nachweis von Sprachkompetenzen in ausländerrechtlichen Verfahren

Unter anderem folgende Fragen sind Teil des Vortrags: Wer muss einen Sprachnachweis bzw. -test vorlegen? Welche neuen Regelungen sind gültig? Was gilt für Analphabeten?

 

Handlungskompetenzen im DaZ-Alphabetisierungskurs aufbauen. Vielfältige Unterrichtsmethoden und profilgerechte Handlungsziele

Um Lerner*innen in einem DaZ-Alphabetisierungskurs kontinuierlich Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, sind Methodenvielfalt und individuell bedeutsame, profilgerechte Handlungsziele von zentraler Bedeutung. In meinem Vortrag möchte ich deshalb in einem praxisnahen ersten Teil an Materialbeispielen einen Überblick über verschiedene Methoden für den handlungsorientierten DaZ-Alphabetisierungsunterricht geben. Im zweiten, stärker forschungsbezogenen Teil des Vortrags stelle ich das LASLLAM-Projekt des Europarats vor, in dem in Anknüpfung an den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für zweitsprachliche Alphabetisierungskurse u.a. Deskriptoren für rezeptives, produktives und interaktionales (schrift-)sprachliches Handeln unterhalb des A1-Niveaus entwickelt werden. Diese Skalen ermöglichen eine curriculare Planung, die Kursteilnehmer*innen bereits in frühen Phasen des Lernprozesses die funktionale Verwendung von Schrift als Erfolg erfahrbar macht.



Workshop 1, Zeynep Arslan

Arslan Zeynep ist seit Okt. 2019 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DaZ-Institut der Friedrich-Schiller-Universität in Jena tätig. Zugleich befasst sie sich im Rahmen ihrer Dissertation mit der Alphabetisierung erwachsener MigrantInnen (Forschungsprojekt ELIKASA2). Dabei untersucht sie die literalen Kompetenzen der Deutschlerner in ihren Erstsprachen (Arabisch/Farsi/Türkisch) und deren Einfluss auf den L2-Erwerb. An der Universität Wien hat sie davor Deutsch (Schwerpunkt DaZ) und Italienisch auf Lehramt studiert.

Kontrastive Alphabetisierung von arabisch- und türkischsprachigen MigrantInnen – eine Analyse von Unterrichts- und Untersuchungsmaterialien

Dieser Workshop befasst sich mit dem kontrastiven Ansatz der niedrigschwelligen Alphabetisierungskurse für erwachsene MigrantInnen. Das Ziel dabei ist, mit den WorkshopteilnehmerInnen auf zweisprachige Arbeitsmaterialien einzugehen, um das Konzept u.a. nach den graphematischen, phonetischen und morphosyntaktischen Merkmalen der jeweiligen Migrantensprache (Arabisch/Türkisch) zu analysieren. Dabei werden folgende Aspekte wie Lernschwierigkeiten und schriftsprachliche Herausforderungen beim DaZ-Erwerb sowie Entwicklungsphasen in der Alphabetisierung in Betracht gezogen.

Der Workshop fundiert auf einem methodisch-didaktischen Ansatz sowie der Analyse von Unterrichtsmaterialien der Alphabetisierungskurse.



Workshop 2, Dr. Alexis Feldmeier García

(nur Vormittags)

Dr. Alexis Feldmeier García studierte und promovierte im Fach DaF/DaZ an der Universität Bielefeld. Zur-zeit ist er in der Sprachdidaktik der Welsfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig. Seine Arbeits-schwerpunkte liegen u. a. im Bereich Alphabetisierung, DaZ-Förderung von Flüchtlingen und Förderung von Lernerautonomie.

Alphalernberatung – Sozialraumorientierte Lernberatung für gering literalisierte Personen

Die LEO – Level-One Studie 2018 zeigt, dass in Deutschland rund 2,9 Millionen Menschen mit Migrati-onshintergrund unzureichend lesen und schreiben können. Dieser derart hohen Anzahl an Deutsch- und Schriftlernenden steht zurzeit eine sehr kleine Zahl an Lernenden in Kursen für DaZ-Alphabetisie-rungs- und Grundbildungsarbeit gegenüber. Der Bedarf an Angeboten zur Alphabetisierung und Grundbildung ist somit sehr groß und stellt Wissenschaft und Praxis vor große gesellschaftsrelevante Aufgaben, um die Teilhabechancen gering literalisierter Personen zu erhöhen. Das Projekt Alphalern-beratung unterstützt gering literalisierte Personen, indem es ihnen eine alphabetisierungsorientierte und handlungskompetezfördernde Lernberatung anbietet. Das Konzept für die Alphalernberatung wird Gegenstand des Vortrags sein. Es vereint unterschiedliche Ansätze der Beratung, die sich bewährt haben. Es wird zudem die Wichtigkeit solcher Beratungsangebote auch für anders gelagerte formale Angebote, etwa Unterricht, diskutiert sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer Alphalernberatung besprochen.



Workshop 3, Christian Kessler

Christian Kessler ist langjähriger DaZ-Kursleiter und ist auch in der Aus- und Weiterbildung von DaZ-Kursleitenden tätig. In Alpha- bzw. niederschwelligen DaZ-Kursen den Alltagsbezug herzustellen und mit den Teilnehmenden Themen zu finden, welche für sie relevant sind, erlebt er als inspirierende Herausforderung. Neben diesen Tätigkeiten führt er für fide regelmässig Weiterbildungen durch.

 

Seit fast einem Jahrzehnt wird in der Schweiz über die Szenario-Didaktik nach fide diskutiert, der Ansatz wird gelehrt und in zahlreichen Formaten und Institutionen wird der Unterricht nach dem Szenario-Ansatz und den dahinterstehenden Prinzipien ausgerichtet.

Doch wie können wir den Szenario-Ansatz im Alpha-Bereich und/oder niederschwelligen A1-Bereich verfolgen und unsere Teilnehmenden den Sinn des Lesens- und Schreibenlernens als Instrument zur Veränderung ihrer eigenen Wirklichkeit und Wirksamkeit erfahren lassen? Wie fördern wir die selbstständige Denkleistung und Kritikfähigkeit unseren Teilnehmenden?

Mit diesen Aspekten setzen wir uns im Workshop auseinander, leiten mögliche Konsequenzen für den Unterricht ab und entwickeln Ideen zum Aufbau einer entsprechenden Unterrichts-Sequenz.



Workshop 4, Cosima Lemke-Ghafir

Cosima Lemke-Ghafir ist als DaZ-Lehrkraft in Berliner Willkommensklassen tätig, wo sie jugendliche Geflüchtete mit Alphabetisierungsbedarf unterrichtet. Dazu bietet sie regelmäßig Workshops für den Studiengang Deutsch im Mehrsprachigkeitskontext der HU Berlin an. Derzeit bereitet sie eine Dissertation zum "Schrifspracherwerb arabischsprachiger Jugendlicher mit geringer oder keiner Schulerfahrung" am Lehrstuhl von Professor Schroeder an der Universität Potsdam vor.

"Ich hatte seit sieben Jahren keinen Stift in der Hand"

Alphabetisierung geflüchteter Jugendlicher und junger Erwachsener – Der Arbeitsalltag einer Berliner Willkommensklasse

Der Workshop lädt ein zu einem Blick in den Arbeitsalltag einer Berliner Willkommensklasse mit Schwerpunkt Alphabetisierung. Im Mitelpunkt steht der Brückenschlag zwischen theoretischen Modellen der Alphabetisierung, verwaltungstechnischen Rahmenbedingungen und den sehr heterogenen Profilen und Bedürfnissen der Lernenden.

Vier ineinandergreifende Module sollen dies veranschaulichen:

1.  Wie viel versteht man, wenn man nichts versteht? Zum Einstieg ein kleiner Selbstversuch auf Arabisch für Teilnehmende ohne Vorkenntnisse der arabischen Sprache: Perspektivwechsel hin zur Situation der Schülerinnen und Schüler (Teilnehmende mit Arabischkenntnissen sind eingeladen, sich einzubringen)

2.  Wer sind die Lernenden? Herkunf, Lernerfahrungen, Motivation, sprachliche und andere Ressourcen und biograpische Besonderheiten der Schülerinnen und Schüler, einzelne Fallbeispiele

3. Was funktioniert (nicht) und warum? Methodische Ansätze, Arbeitsmitel, Lehrwerke und Medien im Praxistest

4.   Wo sind wir hier überhaupt? Lernumfeld, admistrative

     Rahmenbedingungen, Kontakte mit der (nicht immer ganz)

     deutschsprachigen Berliner Umgebung, Unterrichtsziele und

     Perspektiven, Übergänge in andere Bildungsgänge.

Zahlreiche Anschauungsmaterialien, kritische und ofene Fragestellungen sollen Impulse zur aktiven Diskussion, für Fragen und Austausch bieten.



Workshop 5, David Stops

David Stops, M. Ed., ist seit seinem DaF-Studium Dozent in Integrations- und Sprachkursen. Seine Spezialisierung ist die Alphabetisierung fremdsprachiger Erwachsener mit alternativen Methoden, wie der Suggestopädie oder der Montessori-Pädagogik. Daneben arbeitet er auch als Lehrbeauftragter in der DaF-/DaZ_Lehrerqualifizierung in der Zusatzqualifizierung Alphabetisierung des BAMF.

Empowering im Alpha-Kurs. Lernschwierigkeiten beim Lesen und Schreiben überwinden

 

 Für viele Teilnehmende in Alphabetisierungskursen ist neben dem Schreiben- und Lesenlernen in einer fremden Sprache auch der Kursbesuch selbst eine Herausforderung. Viele der Lernenden haben im Heimatland nur sporadisch oder kurz die Schule besucht, manche sogar nie. So kann es schwerfallen, geringe schulische Lernerfahrungen mit z. B. kaum ausgebildeten Lehrpersonen oder in einer alle Jahrgangsstufen übergreifenden Klasse auf die jetzige Schulsituation zu übertragen. Ein weiteres Beispiel ist der Umgang mit Lehrwerken, der unbekannt oder ungeübt ist und dadurch eine große Herausforderung darstellt.

 

Im Workshop werden zunächst einige Lernschwierigkeiten der Teilnehmenden beim Lesen- und Schreibenlernen gesammelt. Anhand einer Schritt-für Schritt-Anleitung werden aus Kann-nicht-Beschreibungen für ausgewählte Lernschwierigkeiten Kann-Beschreibungen erarbeitet, die als Handlungsempfehlungen direkt im eigenen Unterricht umgesetzt werden können.



Workshop 6, Anja Böttinger

Anja Böttinger ist Autorin der Lehrwerksreihe Schritte plus Alpha beim Hueber Verlag München. Sie arbeitet am Institut für Interkulturelle Kommunikation e.V. Berlin als Bereichsleiterin Fort- und Weiterbildung. Ihr Studium absolvierte sie in Soziologie, Erziehungswissenschaft und Deutsch als Fremdsprache in Leipzig und Paris. Viele Jahre hat sie in Integrations- und Alphabetisierungskursen unterrichtet. In ihrem Dissertationsprojekt an der Technischen Universität Berlin beschäftigt sie sich mit Binnendifferenzierung im Alphabetisierungskurs.

Lerneraktivierung durch sprachliches Handeln

Mit Lerneraktivierung zu mehr Handlungskompetenz

Im handlungsorientierten Unterricht setzen sich die Lernenden aktiv mit dem Lerngegenstand auseinander und gestalten den eigenen Lernprozess mit. In Alphabetisierungskursen mit lernungewohnten Teilnehmenden sollte die Förderung der Lerneraktivierung ein wesentlicher Bestandteil sein.

In diesem Workshop soll ausgehend von einer Selbsterfahrung erörtert werden, was sich hinter dem Begriff der Lerneraktivierung verbirgt und welche Rolle die Lehrkraft übernimmt. Es werden Lehr- und Lernmethoden präsentiert, die eine Grundlage für einen handlungs- und lernerorientierten Unterricht bilden und dabei auf die Entwicklung von verschiedenen Handlungskompetenzen ausgerichtet sind. Dazu gehören u.a. Lernspiele, Rollenspiele, Stationenlernen und Projektarbeit. Erste Ergebnisse einer Lehrkräftebefragung geben Einblicke in die derzeitige Unterrichtspraxis und anhand von Beispielen aus dem aktuellen Lehrwerk Schritte plus Alpha neu erfahren Sie, wie Sie einen aktivierenden Unterricht gestalten können.



Workshop 7, Dr. Alexis Feldmeier García

Dr. Alexis Feldmeier García studierte und promovierte im Fach DaF/DaZ an der Universität Bielefeld. Zur-zeit ist er in der Sprachdidaktik der Welsfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig. Seine Arbeits-schwerpunkte liegen u. a. im Bereich Alphabetisierung, DaZ-Förderung von Flüchtlingen und Förderung von Lernerautonomie.

Phoneme versus Grapheme – Lautbasierte Alphabetisierung mit Hier!-Alpha

Hier! Alpha für Integrationskurse mit Alphabetisierung ist durch das kleinschrittige Einführen der Buchstaben und der übersichtlichen und klaren Gestaltung ideal für Analphabeten und Zweitschriftlernende ohne Lernerfahrung geeignet. In dem Workshop stellt Dr. Feldmeier wichtige Aspekte der lautbasierten Methode für Ihre Unterrichtsplanung vor. Ressourcenorientierung und Binnendifferenzierung sind dabei wie auch Unterstützung der Lernerautonomie und Aufgabentypen zur Automatisierung Themen des Workshops.



Wir danken ganz herzlichst dem Hueber Verlag und dem Klett Verlag für ihr grosszügiges Sponsoring an der Tagung – Herzlichen Dank!


AlphaDaZ

Alphabetisierung und Grundbildung in Deutsch als Zweitsprache

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